Diese Seite möchte ich meinem Heimatort Rehbach und meinen Vorfahren widmen.

Aus dem Buch von Ludwig Schneider: „Rehbach – Seine Familien und ihre Häuser“

Rehbach ist zwar der kleinste Stadtteil von Michelstadt, ist aber groß, was seine Geschichte betrifft. Es gibt viel zu erzählen und vieles wurde nachgewiesen.


900 Jahre wird Rehbach in 1995 alt, weil zu diesem Zeitpunkt (1095) die erste urkundliche Erwähnung nachgewiesen werden kann. Vieles spricht aber dafür, dass Rehbach viel älter ist und es soll nachstehend versucht werden, dies zu begründen.
Ludwig Kurz schreibt bereits 1924 (Die Heimat), dass auf eine andere Sache aufmerksam gemacht werden muss, die bis jetzt noch nie in einer heimatgeschichtlichen Überlieferung gefunden wurde, aber doch wert ist, ihr näher zu treten.
Es betrifft die im Volksmund verbreitete Behauptung, dass Rehbach im Altertum ein viel größerer Ort gewesen sei und „Klein Worms“ geheißen habe. Die Chroniken von Simon, Schneider und Luck enthalten hierüber nichts, also müsste man Zweifel an der Richtigkeit der Überlieferung haben.


Die Existenz der alten Flurnamen „Marktplatz“ und „ Schießmauer“ haben aber wieder die Vermutung bestärkt, dass an Stelle des heutigen Rehbach im Mittelalter ein größerer Ort mit einem Marktplatz gestanden haben muss. Es waren andere Ursachen, die den Namen „Klein Worms“ prägten. Gerade aus den oben genannten Flurnamen „Marktplatz“ und „Schießmauer“ geht außer der mündlichen Überlieferung hervor, dass in Rehbach Märkte gehalten wurden. Es ist zu vermuten, dass zwischen dem Odenwald und Worms starke wirtschaftliche Beziehungen bestanden, dass sich vorzugsweise Wormser Geschäftsleute den Rehbacher Markt zu Nutze machten und sich hier mit Waren eindeckten. Fragen wir, was eine solche Anziehungskraft ausübte, so ist die Antwort nicht schwer. In Michelstadt bestanden als überwiegendes Gewerbe die Gerbereien, Schuhmachereien und Tuchmachereien. Die Michelstädter Tuche waren weit und breit bekannt und sehr geschätzt.
Es erscheint sogar sehr wahrscheinlich, dass im 5. Jahrhundert in der Burgunderzeit (413-443), als die burgundischen Fürsten im Odenwald jagten, ein größerer Ort an der Stelle Rehbachs gestanden hat, den sie auf ihren Jagdzügen als Lager- und Ruheplatz nutzten und ihn im Gegensatz zu ihrer Hauptstadt Worms „Klein Worms“ nannten, der sehr wahrscheinlich in den Stürmen der Völkerwanderung untergegangen oder zerstört wurde und nur die Geschichte von Generation zu Generation überliefert wurde, bis zum heutigen Tage. Rehbach könnte also über 1500 Jahre alt sein, aber das ist nicht zu belegen.


Nach dem 30-jährigen Krieg war Rehbach ganz ausgestorben, 1701 wurden in zwei Anwesen 13 Personen gesichtet, 1971 wurde Rehbach im Rahmen der Gebietsreform ein Stadtteil von Michelstadt und zählte 292 Einwohner, heute zählt Rehbach ca. 600 Einwohner.
In Rehbach wurde früher Erz gegraben, davon sind noch einige Seen übrig geblieben, in denen  Erz gewaschen wurde. Ebenfalls findet man noch Plätze von Kohlenmeilern, mit denen die Holzkohle für die Hochöfen hergestellt wurde. Ein See trägt den Namen Schafsee, es ist also nicht auszuschließen, dass dort auch Schafe gebadet wurden. Die Schafhaltung hatte in Rehbach keine große Bedeutung, deshalb gibt es auch wenige Aufzeichnungen über den Tierbestand, es wurden in der kleinbäuerlichen Struktur nur einige Tiere gehalten.
Allerdings zogen durch Rehbach immer große Schafherden auf ihrem Weg in die Rheinebene
 
Unser Anwesen ist  in der fünften Generation im Familienbesitz. Das Grundstück wurde 1869 von Johann Wendel Beller und Ehefrau gekauft und im gleichen Jahr das Wohnhaus errichtet. Von 1900 bis 1933 war das Anwesen in der Hand von Johann Jakob Beller, von 1933 bis 1948 wurde das Anwesen von Georg Beller und Ehefrau Marie bewirtschaftet, anschließend übernahmen meine Eltern Hermann Keller und Elisabeth Keller geb. Beller das Anwesen. In den ersten drei Generationen wurde eine kleine Landwirtschaft betrieben, nachdem 1966 die Scheune mit Stall zu einem Wohnhaus umgebaut wurde sind außer Kaninchen und Vögeln keine Tiere mehr gehalten worden. Aber die noch vorhandenen Äcker und Wiesen waren  das Startkapital für unsere Schafhaltung, die wir 1998 mit 2 Schafen  begonnen haben. Vergrößern konnten wir den Bestand , durch die Flächen, die meine Frau  von ihren Eltern nach Beendigung deren Landwirtschaft übernommen hat.  2008 haben wir einen großen Schafstall gebaut, sodass wir nun ca. 100 Mutterschafe halten können.

Rehbach um 1930
Rehbach um 1958
Dorfsee um 1956
Am Eckertsberg um1936
Schäfer in Rehbach um1911
Bild unten unser Haus um 1932
Rehbach um 1930                                                                                                              
Schäfer in Rehbach um 1920
Holzfuhrwerk um1900
Rehbach um 1883
Schlosssee ( Schafsee) um1934
Künstlerkarte Datum unbekannt
Rehbach um1920
Mutter, Großeltern und Urgroßeltern von Bernd Keller vor dem Anwesen Am Eckertsberg 11, im Jahr 1938.
Urgroßeltern und Mutter von Bernd Keller, 1931